Prozessphilosophie

Die Weiterbildung PROZESSPHILOSOPHIE

Gene Gendlins Embodied Philosophie + TAE

mit Prof. Dr. Donata Schoeller

In diesen Weiterbildungsseminaren werden wir mit einfachen Übungen das den Körper einbeziehende Philosophieren Gendlins kennenlernen und praktizieren. Das wird uns dabei unterstützen, das Veränderungspotential des Focusing besser zu verstehen und sprachlich stimmiger zu vermitteln.

Wenn unser Denken zwischen Geist und Körper nicht trennen zu müssen glaubt, sondern die Welt als den Kontext versteht, den wir in Interaktion mit allem anderen leben, entwickeln und vorantragen, dann entsteht der Rahmen, in dem die Wirksamkeit von solchen subtilen Praktiken wie Focusing und TAE nachvollziehbar wird.

In Übungen, in denen wir Focusing zum Focusing machen, öffnet sich ein immer tieferer Spielraum dieser subtilen Handlungsmöglichkeiten. Dafür setzen wir auch Elemente des TAE ein, um das Zusammenspiel zwischen Formulierungskraft und Nach-Fühlen klarer zu bemerken.

 

Seminar:
Das Prozessmodell als gemeinsamer Erlebensraum
Vom Bewegen zum Bedeuten zum Felt Sense - und zurück.
Philosophie in praktischen Übungen.
Termin: 25.11.-28.11.2021

Liest und übt man sich in Ein Prozess-Model „hinein“, dann entsteht nicht nur ein neuer Denk-, sondern auch ein Erlebensraum, der sich durch Subtilität und Reichhaltigkeit auszeichnet. Darin ist die interaktive Kontinuität von Körper und Geist, Umwelt und Mensch, Bewegung und Bedeutung, Verstand und Gefühl am eigenen Leib zu erfahren. Gendlins Prinzip der Interaktion-zuerst öffnet sich in diesem Grundlagenwerk zu einem kreativen Spiel- und Verantwortungsraum menschlichen Daseins, in dem die weitläufige Verbundenheit jeder und jedes Einzelnen mit allem anderen zunehmend bewusst werden kann.
In diesem Seminar erkunden wir...

...die Übergänge vom Bewegen zum Bedeuten zum Felt Sense in der bewährten Methodik: gemeinsames Lesen, gezielte Übungen zur Vertiefung, kontinuierliches Gespräch. In den Übungen loten wir die dichte, umwelt- und situationsgetränkte Bedeutsamkeit im körperlichen Bewegungsvermögen aus. Im Nach-Denken, Ein-Fühlen und Aus-Üben untersuchen wir die „fantastische Differenzierung“ des symbolischen Raums der im Prozess Modellentfalteten Sprachkörper, die wir sind. Dabei werden uns die Bedingungen des Felt Sense bewusster: als Überschuss an gefühlten Verbindungen, die durch eine sprachlich erlebte Welt  wachsen und sich verändern. 

In dieser Weise ist das Werk Gendlins sowohl auf der philosophischen Ebene, als auch auf der existentiellen Ebene wirksam. Es entwickelt systematisch die grossen Traditionen der Phänomenologie, des klassischen Pragmatismus und der Hermeneutik weiter, die in pionierhafter Weise das Erleben als vergessenen Ausgangspunkt unseres Welt- und Selbstverständnisses zu reflektieren begannen. Gendlins Weiterentwicklung nimmt zugleich das Erleben der Lesenden mit, so dass eine gründliche Reflexion dieses Buches das Potential hat das eigene Selbstverständnis zu transformieren.

Seminar:
Vertiefen und Kreuzen: Die Philosophie im Focusing 
10.03.-13.03.2022

Focusing ist eine Praxis des Vertiefens. Ein merkwürdiges Situationsgefühl oder ein leichter Druck im Magen oder auf der Brust öffnen sich im Focusing auf Bedeutsames und Wichtiges hin, das wir im Alltag ansonsten leicht übergehen.
Durch diese Übung des Vertiefens kann man ins Staunen geraten über all die Zusammenhänge...

..., in denen sich unser Dasein bewegt.
Das Staunen darüber, was im Focusing erlebt und bewegt wird, lässt sich häufig jedoch nicht leicht in Worte fassen. Die Philosophie Gendlins erlaubt uns, diesem Staunen über den Prozess eine angemessene Sprache zu geben. Der Praxis des Focusing nachzudenken, ist selbst ein transformativer Prozess. Grundbegriffe und herkömmliche Vorstellungsweisen ändern sich, wenn man versucht auszubuchstabieren, was die Möglichkeit einer derart subtilen Praxis über menschliche Umweltbeziehung, Körper, Gefühle und Sprache zu denken gibt. Focusing wird für das Nachdenken zu einer spannenden Lupe.

Gendlin hat hinsichtlich der verwobenen Textur unseres Erlebens einen neuen Kernbegriff entwickelt, nämlich das „Kreuzen“. Er besagt zunächst nicht viel anderes, als dass man die Welt durch „Linsen“ erlebt, in denen viele andere vorhergehende Erlebnisse mitwirken. Was auch immer wir mit Menschen, Tieren, Landschaften oder in vielfältigen Situationen erlebt haben, es wirkt im Wahrnehmen und Erleben weiterer Menschen, Tiere, Landschaften oder neuer Situationen mit. Im gewöhnlichen Sprachgebrauch spricht man von „Prägung“. Gendlin zeigt, das entgegen der festlegenden Bedeutung des Wortes Prägung, die gekreuzte Textur unseres Erlebens ein ungeheuer kreatives Potential hat.

Je besser man das Prinzip des Kreuzens versteht, desto bewusster kann man damit „arbeiten“, denken und experimentieren. Kein Zufall, dass das Thinking-at-the-Edge in seinem Hauptteil auf der Übung des Kreuzens besteht.

In diesem Workshop wird die Übung des Kreuzens und die Theorie hand in hand gehen: die Übung des Kreuzens wird zum direkten Weg, zentralen Gedanken und Perspektiven aus Gendlins Philosophie besser zu verstehen. Wir üben uns also in Gendlins Philosophie hinein und gleichzeitig üben wir Focusing auf etwas neue Weise, die unsere sonstige Praxis erweitert.

Voraussetzungen: rudimentäre Focusingkenntnisse sind von Vorteil

Die Seminare können einzeln gebucht werden. Sie eignen sich sowohl zum Einstieg in die Prozessphilosophie als auch zur Fortsetzung und Vertiefung.

Kosten:
für gegenwärtige oder ehemalige TeilnehmerInnen der Ausbildungen BeraterIn, TherapeutIn und TrainerIn pro Seminar: € 450,- für externe TeilnehmerInnen; € 480,-

Rückmeldungen

von Seminarteilnehmer*innen zur Weiterbildung Prozessphilosophie:

Liebe Donata,
ein wunderbar belebendes Seminar. „Worte sind Geschehnisse“. Dies war im gesamten Seminar zu spüren. Dein beseeltes Vortragen und empathisches Annehmen dessen, was sich in uns ereignete dabei, öffnete einen weiten Raum, vertiefte den Zugang und ließ Eigenes entstehen und damit verbinden. Und wird das Implizieren hinzugenommen, entsteht das Gefühl, mitten in Gendlins Philosophie zu sein und daran teilzuhaben. Es macht Lust auf mehr! Danke!
Annely Ennen-Loth, Bergisch Gladbach

Liebe Donata,
das gemeinsame Lesen der "Prozessphilosophie" ist räumlich geworden. Wir haben uns in dem mit Worten gefüllten Raum aufgehalten. Bewegungen, Regungen, das Reagieren auf den Text und die Versuche ihn zu erfassen, zirkulierten verkörpert im Raum. Das Geschenk war: DENKEN vom Körper her zu erleben als auch es zu verkörpern. Die (sonst oft als leer betrachteten) Zwischenräume waren gefüllt - und wurden "Verbindungsräume" zwischen uns "Teilnehmenden" - ich möchte lieber sagen: "Teilseienden". Der immense Reichtum als auch die Komplexität von Worten - und in den stets sich erweiternden, über die Weite hinausweisenden Beschreibungen Gendlins! - ermöglichten die direkt dichte Erfahrbarkeit ihrer nicht-sprachlichen Dimension(en). Es war enorm. Und dabei - irgendwie auch: simpel.
Einen großen Dank an alle, die dabei waren. Und danke an Donata!! - dass wir unsere konkreten Körper-Ansätze einbringen konnten!
Herzliche Grüße an Euch alle!
Imme Bode, Bewegung, Tanz, Design, Hamburg

Liebe Donata,
»Ich bin sehr dankbar für die Art (auch im Sinne von Kunst) wie du uns / mir die ganze Komplexität der Prozessphilosophie und der TAE so differenziert näherbringst: erfrischend, Mühelosigkeit verbreitend, mit Zuwendung und Sensibiliät in Bezug zum Thema und den beteiligten Menschen.
Auf meinem langen Lern-Weg ist das ein echtes Highlight !« 
Ida-Rosa Schaller

Liebe Donata,
das Seminar war ein Augenöffner für mich, ich habe nicht damit gerechnet, dass hinter Focusing eine völlig neue Sicht bzw. ein neues Verständnis der Welt steckt und dass Philosophie ein sehr wichtiger Baustein...

... der Psychotherapie ist auf mindestens zwei Ebenen war das Seminar für mich sehr wertvoll: Zum einen konnte ich inhaltlich Rogers und Gendlin besser verstehen, zum anderen hat mir das Seminar geholfen, einige blockierte Prozesse wieder in Gang zu setzten, was sich sehr positiv auf mein Schreiben der Masterthesis ausgewirkt hat.

Die Übungen waren für mich wichtig und notwendig, um erleben zu können, was die Theorie praktisch leisten kann. Es gibt kein besseres Lernen, als das selbst zu erfahren. Bei den Teilnehmern/Übungspartnern, die viel Focusingerfahrung mitgebracht hatten, möchte ich mich bedanken. Das „erlebende Denken“ konnte ich mir in mein privates Leben hinüberretten. Weitere Seminare zu Prozessphilosophie, aber auch zu TAE wären sehr hilfreich.
Endre Fischer, Personzentrierter Psychotherapeut, Linz

 

Lesen, laut lesen, vorgelesen bekommen (wie lange ist das schon her?!), in der Gruppe, im partnerschaftlichen Lesen – das ist auch eine „Anwendung“ von Genes Philosophie. Dadurch habe ich sein „A Process Model“ leibhaftig verstanden: erschütternd, schwindelerregend, befreiend...Mit einer „normalen“ Lese- und Auffassungsmethode kommt man bei diesem Buch nicht weit. Gene lädt mit seinem Werk ein – und mutet es einem zu –, seinemschöpferischem Denkwegzu folgen: eine Verführung zu einer „neuen Denkungsart“, in der das je eigene Leben und Erleben dabei sein darf und muss. Ansonsten öffnet sich sein Text nicht.

Dass in unserer Gruppe jede und jeder so selbstverständlich aufnahmebereit und einlassbereit dabei war, war sehr ermutigend. Und das Wetter: Ein besseres kann ich mir für meine Betriebstemperatur zur Textaufnahme gar nicht vorstellen (es muss norwegisch sein, so wie bei Wittgensteins Hütte in Skjolden). Ein „Hoch“ auf den Moorhof und seine Köstlichkeiten! Dir Donata und euch, Johannes und Katrin, besten Dank für die Ermöglichung! Ich freue mich aufs nächste Seminar.
Dipl.-Psych. Engelbert Langhammer, Psychotherapeut, Bonn

 

Das Seminar hat mich angeregt, im psychotherapeutischen Gespräch langsamer zu arbeiten, um beobachten zu können,wie Veränderung geschieht, und „gestoppte Prozesse“ noch genauer nachvollziehen zu können, um deren implizite Energie und Transformationspotenziale sich neu entwickeln zu lassen.
Dipl.-Psych. Christian Fritze-Dessauer, Psychotherapeut, Koblenz

 

Das Seminar war ein Augenöffner für mich, ich habe nicht damit gerechnet, dass hinter Focusing eine völlig neue Sicht bzw. ein neues Verständnis der Welt steckt und dass Philosophie ein sehr wichtiger Baustein der Psychotherapie ist. Auf mindestens zwei Ebenen war das Seminar für mich sehr wertvoll: Zum einen konnte ich inhaltlich Rogers und Gendlin besser verstehen, zum anderen hat mir das Seminar geholfen, einige blockierte Prozesse wieder in Gang zu setzten, was sich sehr positiv auf mein Schreiben der Masterthesis ausgewirkt hat.
Die Übungen waren für mich wichtig und notwendig, um erleben zu können, was die Theorie praktisch leisten kann. Es gibt kein besseres Lernen, als das selbst zu erfahren. Bei den Teilnehmern/Übungspartnern, die viel Focusingerfahrung mitgebracht hatten, möchte ich mich bedanken. Das „erlebende Denken“ konnte ich mir in mein privates Leben hinüberretten. Weitere Seminare zu Prozessphilosophie, aber auch zu TAE wären sehr hilfreich.
Endre Fischer, Personzentrierter Psychotherapeut, Linz

Donatas Begeisterung für Gendlins Philosophie ist ansteckend. Durch vielerlei Übungssituationen ermöglichte sie uns, den Begriff des „felt sense“ mit dem ganzen Körper denkend zu erfassen. Ein spannendes Unternehmen!
Sabine Roettele, Salzburg

Es gibt leichtere Seminare, doch es ist lohnend, mit Mitmenschen gemeinsam mit einer so kompetenten „Lehrerin“ etwas so Tiefes zu erkunden.
Ich bin dankbar für die schönen Momente des Entdeckens meines Kopfes vom Körper her. (Ich finde, es sollte auch beim Essen jemand aus dem Buch vorlesen, wie früher in den mittelalterlichen Klöstern: „Essen ist Erlösung (…) von Hunger“.) Es bleibt mir eine gute Portion Demut vor einer unglaublichen Komplexität des Lebendigen.
Liebe Donata, weiter so, mir tut diese auch immer sehr persönliche Vorgehensweise von Dir gut. Danke an das wunderbare Buch eines alten Mannes und die herrliche Übersetzung durch eine kluge Frau.
Mag. Martin Christandl, Systemischer Psychotherapeut, Innsbruck

Ich habe erfahren, dass viel mehr geschieht, wenn Gendlins Prozessmodell gemeinsam in einer Gruppe gelesen und dann in Übungen das Gelesene erlebt und erfahren wird. Im Seminar geschah ein ganz besonderer Reflexionsprozess auf mehreren Ebenen: - ich mit mir/meinem Körper, - ich mit meinem Gesprächspartner, - ich mit der ganzen Gruppe (einer Gemeinschaft, in der ich anstelle von Scham Freude über das gemeinsame Erleben, Verstehen und Entwickeln empfunden habe), - ich mit meiner Vergangenheit (die dadurch in einem neuen Licht erscheint und mir eine neue Perspektive eröffnet).
Mein Bewusstsein hat sich im Lauf des Seminars dadurch, dass ich mehr Zugehörigkeit zu mir und den Anderen erlebt habe, erweitert: Ich konnte offener, akzeptierender und gelassener mit Situationen umgehen, denen ich mich vorher infolge von Ängstigung, Ärger oder Leugnung nicht getraut habe zu stellen.
Ich wünsche mir eine Fortsetzung und weitere Vertiefung dieser Seminare, vielleicht auch in Verbindung mit TAE.
Dr. Pětr Nawka, Psychiater und Psychotherapeut, Dresden

 

Aus dem Seminar habe ich mitgenommen, wie wichtig die aktive Auseinandersetzung mit Gendlins Philosophie ist – selbst für den Alltag. Gendlin hat uns lehren wollen, über die Prozesse, die unser (Er-)Leben ausmachen, prozesshaftnachzudenken, und das heißt auch, dass wir unseren Wissensdurst immer neu „am Denken selbst“ orientieren sollten und nicht nur an dessen Ergebnissen.
Die Methodik des gemeinsamen Lesens gepaart mit Gruppengesprächen zur Verständnisvertiefung und nachfolgenden Übungen habe ich als beeindruckend und wissensvertiefend erfahren: Ich empfand schon beim Lesen bzw. Zuhören eine Art Entschleunigung, und dadurch wurde dem Verstehensprozess mehr Raum gegeben. Das Wichtigste an dieser Methode scheint mir: Durch das gemeinsame Lesen waren wir angehalten, nicht nur „mit dem Kopf“ an die Lektüre heranzugehen. Wir haben uns nicht nur kognitiv mit den Inhalten auseinandergesetzt; vielmehr waren im Denken auch Hören und Sehen und Spüren und Fühlen inkludiert; und daher musste / durfte / sollte alles mitschwingen, was individuell gerade „da“ war.
Es war spannend und sehr angenehm zu erfahren, dass und wie Gendlins Maxime „Interaktion zuerst“ von Donata lebendig angewendet wurde. Es ging ihr nicht ums „Besprechen“ von Textinhalten aus Gendlins „Ein Prozess-Modell“, sondern – ganz dem Inhalt des Buches entsprechend – um unsere interaktive (lebendige) Auseinandersetzung mit dessen Inhalten und damit mit uns selbst. Ich bin sehr dankbar über die Tiefe der Gespräche und über die besondere Achtsamkeit im gegenseitigen Zuhören; und ich bin dankbar für die Offenheit des gegenseitigen Antwortens.
Diese Art des Philosophierens einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen, wäre wünschenswert! Denn „Philosophie“ ist in unserer schnelllebigen Zeit ja eher als exotische Blüte der Kultur am Rand der Gesellschaft angesiedelt. Und dabei wäre sie – insbesondere im Verständnis einer „(Lebens-)Prozess-Philosophie“ – so lebensnah zu verstehen und lebendig nachzuvollziehen!
Bitte weitermachen im Verbreiten dieses Themas in der Welt! Bitte mehr solcher Seminare!
Mag. Evelyn Högner, Pädagogin und Therapeutin, Wien

 

 

Raum SalzburgLandhotel Moorhof, Franking/Dorfibm

Seminar: Kreuzen10.03.-13.03.202218 Uhr - 13 Uhr

Leitung:

  • Prof. Dr Donata Schoeller

Jetzt anmelden Jetzt fragen

> Flyer Prozessphilosophie 2020/2021