Therapeut

“If what happens does not feel good, ‘like fresh air,’ then it isn’t really therapy that is happening.”

Gene Gendlin

Die Ausbildung zum/zur Focusing-Therapeut/in

Als Erstausbildung vermittelt die Ausbildung in Focusing-Therapie  – schulenübergreifend – das Fundament der therapeutischen Beziehung und die Grundlagen des systematischen Prozessbegleitens und darüber hinaus das komplette Repertoire focusingtherapeutischer Methoden.
Die Ausbildung in Focusing-Therapie ist auch eine ideale Zweitausbildung für KollegInnen, die bereits psychotherapeutisch arbeiten: Sie zeigt Ihnen, wie Sie alle (schon gelernten oder noch zu lernenden) therapeutischen Methoden so verwenden können, dass Sie den therapeutischen Veränderungsprozess auf allen Ebenen systematisch (und nicht eklektizistisch) unterstützen und wie Sie zugleich Ihren persönlichen Stil finden, sodass das Arbeiten leicht und kreativ wird.

Nicht mit den Problemen, mit dem Felt Sense arbeiten!
Focusing-Therapie besteht nicht darin, eine bestimmte Methode anzuwenden, sondern Menschen zu helfen. Sie erlaubt uns, alles, was wir als Berater/Therapeuten wissen und können, systematisch anzuwenden.
Systematisch heißt: nicht willkürlich und beliebig, sondern orientiert an der Person des Klienten und im Dienst eines universalen Prozesses. Dieser Prozess besteht aus Schritten, die im und aus dem Klienten kommen. Sie tauchen auf aus dem, was zu einem Problem schon gespürt, aber noch nicht gewusst wird, aus dem impliziten Erleben (Felt Sense).
Wir arbeiten daher nicht mit den Problemen, wir arbeiten mit dem Felt Sense der Probleme, der die Schritte, die zur Lösung führen, bereits in sich enthält. Von diesen Schritten lassen wir uns leiten. Achtsamkeit, Respekt und Absichtslosigkeit gegenüber der Person des Klienten und seines Erlebensprozesses sind deshalb die Grundlage unserer Arbeit.

Beziehung zuerst!
Erlebens- und Wandlungsprozesse geschehen immer in und mit einer Beziehung. Die Beziehung zwischen Berater/Therapeut und Klient und die Beziehung, die jeder von beiden zu seinem eigenen Erleben hat, bestimmt mit, was erlebt wird. Dass das, was erlebt wird, abhängig davon ist, wie wir mit ihm in Beziehung treten, ist eines der wichtigsten „Geheimnisse“, auf dem persönliche Veränderung und therapeutischer Wandel beruht.

Der von innen gefühlte Körper
i
st der Ort der Entwicklung und Veränderung! Dem achtsamen Nachspüren körperlichen Geschehens und dem begleitenden Berühren, dem berührenden Begleiten, gilt unsere ganze Aufmerksamkeit.

Vielfalt der Methoden
Veränderungsschritte kommen nicht nur in Gedanken und sprachlich daher, sie formen sich auch in inneren Bildern, Träumen, Empfindungen, Bewegungen, Handlungen und kreativem Ausdruck. Auf allen diesen „Avenues“ arbeiten wir als Zugangs- und Ausdruckswege des Erlebens. Die focusingtherapeutische Praxis ist deshalb vielfältig und offen für Überraschungen.

Im Zentrum der Focusing-Therapie: Crossing
Das Geheimnis, das erlaubt, eine Vielfalt von therapeutischen Methoden focusingorientiert anuwenden, liegt in der von Gene Gendlin entwickelten Vorgehensweise des Crossing (Kreuzen): eine focusingspezifische Art und Weise, unterschiedliche Gebiete so miteinander interagieren zu lassen, dass etwas Neues, Weiterführendes entsteht.
In der Weiterbildung Spiel-Art wird Crossing sowohl mit unterschiedlichen therapeutischen Methoden als auch mit verschiedenen Ausdrucksformen (z.B. Bewegung, Gestaltung, Träume) geprobt und trainiert; in der Weiterbildung Prozessphilosophie wird das konzeptuelle Rüst- und kognitive Handwerkszeug dazu geliefert.

Strukturgebundene Prozesse,
also z.B. Gewohnheiten oder Symptome, scheinen den therapeutischen Prozess zu erschweren oder gar zu behindern, sind aber die potentesten und hoffnungsvollsten „Plätze“ der Persönlichkeitsveränderung. Die Kunst, wie man frischen Zugang zu ihnen findet, ist wesentlicher Bestandteil der Ausbildung.

Integratives Metamodell
Focusing-Therapie ist ein integratives praktisches und theoretisches Metamodell über persönlichen Wandel. Sie beruht auf den philosophischen Konzepten, den empirischen Untersuchungen und der klinischen Praxis von Eugene Gendlin und wird von uns konzeptuell und methodisch ständig weiterentwickelt.

Ausbildungsstruktur:

Die Ausbildung in Focusing-Therapie besteht aus den Weiterbildungen: Basis, Essentials, Körper, Strukturen, Spiel-Art, Prozessphilosophie und Integral.
Jede der Weiterbildungen ist in sich abgeschlossen und vervollständigt gleichzeitig die anderen Weiterbildungen. Sie können jede Weiterbildung einzeln besuchen, ohne die gesamte Ausbildung in Focusing-Therapie zu durchlaufen.

Die Weiterbildung: Integral kann erst nach der Teilnahme an allen anderen Weiterbildungen besucht werden.
Zwischen den Seminaren arbeiten Sie mit (Probe)Klienten. Dazu werden insgesamt 15 Einzelsupervisionsstunden mit den AKADEMIE-Leitern vereinbart.

Zwischen den Seminaren treffen Sie sich mit anderen TeilnehmerInnen in kleinen Peer-Groups zum Partnerschaftlichen Focusing, zum methodischen Üben, zur kollegialen Supervision und zur Theorieerarbeitung. Wir empfehlen, während der gesamten Ausbildungszeit focusingorientierte Eigentherapie (nach indiviueller Absprache) zu nehmen.

Voraussetzung:
berufliche Tätigkeit im therapeutischen, beratenden, sozialen, pädagogischen, medizinischen, kreativen oder spirituell-seelsorgerischen Bereich

Ziel:
Kompetenz in der systematischen und kreativen psychotherapeutischen Arbeit mit Klienten; Integration von verbalen, körperlichen, imaginativen und handlungsorientierten Prozessen und Methoden

Abschluss:
Zertifikat „Focusing-Therapeut/in DAF“

Focusing-Begleiter/in
Focusing-Berater/in / Coach
Focusing-Therapeut/in
Focusing-Projektexperte/in