Hilflosigkeit in Stärke verwandeln

Hilflosigkeit in Stärke verwandeln

Johannes Wiltschko
Hilflosigkeit in Stärke verwandeln
Focusing als Basis einer Metapsychotherapie, Band I
Berlin: epubli bei Holtzbrinck 2010
3. Auflage 2018
ISBN 2000039560689
€ 19,80

„Der Autor, ein sprachgewandter Schreiber, hat hier ein anregendes und lehrreiches Werk vorgelegt, das sich zudem leicht liest. Gratulation!“
Dr. Gerhard Stumm

„Ich empfehle das Buch nicht nur Menschen, die das Focusing zur eigenen persönlichen Entwicklung nutzen wollen, sondern auch psychotherapeutischen Kollegen verschiedener Orientierungen, die ihr praktisches und theoretisches Repertoire erweitern möchten – insbesondere solchen, denen die Vorgehensweisen traditioneller „talking cures“ nicht ausreichen.“
Dr. Frank-M. Staemmler

Inhalt und Leseprobe
Jetzt bestellen

Aus dem Inhalt

Eine Psychotherapie, die uns Menschen in den Mittelpunkt stellt
Metapsychotherapie: ein fruchtbarer Boden, nicht nur für die Psychotherapie, sondern auch für unser Leben · Kein Begriffsgebäude, sondern ein Zugangsweg

1. Die Suche nach „der“ psychotherapeutischen Schule

  • Eine Wanderung durch psychotherapeutische Lebensschulen: Am C.G.-Jung-Institut in Zürich · Kommune, Drogen und Wilhelm Reichs Charakteranalyse · Erfahrungen mit der Psychiatrie · Medard Boss und seine Daseinsanalyse · Als Patient in psychoanalytischen Behandlungen · Ausbildung in Klientenzentrierter Psychotherapie
  • Keine Schule hat die ganze Wahrheit: Jeder Mensch ist immer mehr als alle Konzepte über ihn · Nicht der Therapeut, der Klient entscheidet · Wir sind Experten für den Prozess, nicht für die Inhalte · Ein Prozess, viele Methoden

2. Erste Gehversuche: die therapeutische Beziehung

  • Meine erste Klientin: Erleben als Raum
  • Meine zweite Klientin: Das Helfer-Paradoxon
  • Wenn sich Klient:innen in Therapeut:innen verlieben – Zwölf Thesen und sechs Fragen zur therapeutischen Situation
  • Selbst-Erfahrung und zwischenmenschliche Beziehung: Encounter-Gruppen

3. Persönliche Erfahrungen mit Gene Gendlin

  • Gene Gendlin in München: Was ist Focusing? – Felt Sense · Frei-Raum Schaffen · Das Antasten des Felt Sense · Das Symbolisieren des Felt Sense
  • Mit Gene Gendlin in Italien: Mein erster Focusing-Prozess
  • Bei Gene Gendlin in Chicago: Focusing und Klientenzentrierte Psychotherapie – Die Experiencing-Skala · Eine dritte Erlebensqualität · Die sechs Schritte

4. Gesprächspsychotherapie und Focusing: Erweiterungen und Vertiefungen

  • Raus aus den Sesseln! – Personzentrierte Körpertherapie
  • Focusing und die Methodenkombination in der Psychotherapie – das Implizite · das Ausdrucksverhalten
  • Eine Theorie des Persönlichkeitswandels – Was bedeutet „experiencing“?
  • Experiencing-Theorie I: Die theoretische Fundierung des Prozesses persönlicher Veränderung
  • Zur Paradoxie der therapeutischen Situation in der Gesprächspsychotherapie
  • Focusing: Das Überschreiten der Beschränkungen der Gesprächspsychotherapie – Kongruenz · Empathie · Verstehen · Akzeptanz
  • Experiencing-Theorie II: Strukturgebundenes Erleben

5. Das Subjekt der Psychotherapie: Das Ich und seine Beziehungen

  • Die therapeutische Beziehung im Focusing (mit einem Beitrag von Klaus Renn)
  • Wie man mit inneren Bildern focusingorientiert arbeiten kann
  • Experiencing-Theorie III: Das Selbst – Der Selbst-Prozess und das Antworten · Das „Unbewusste“
  • Haben Sie schon einmal ein „Selbst“ gesehen?
  • Hilflosigkeit in Stärke verwandeln – Über die Ohnmacht des Nicht-machen-Könnens

Leseprobe

Aus dem Auftaktkapitel „Eine Psychotherapie, die uns Menschen in den Mittelpunkt stellt“:

In diesem Buch geht es um Psychotherapie, ein Gebiet, in dem ich seit über 30 Jahren tätig bin und das für mich mehr ist als ein Beruf. Seit meinem 21. Lebensjahr bin ich damit beschäftigt herauszufinden und zu verstehen, was das, was „Psychotherapie“ genannt wird, ist – oder soll ich besser sagen: was ich Psychotherapie nennen möchte?

Was Sie hier lesen werden, ist ein Einmaleins der Psychotherapie und ihre Hohe Schule zugleich: ein Einmaleins, weil das Buch von den „Basics“ handelt, ohne die eine diesen Namen verdienende Psychotherapie nicht möglich wäre, und eine Hohe Schule, weil diese Basics anspruchsvoller und schwieriger zu realisieren sind, als jede noch so ausgefeilte Therapietechnik. Was ich in diesem Buch, am roten Faden meines eigenen Erfahrungsweges entlang, entwickle, kann für viele therapeutische Richtungen eine gemeinsame Grundlage sein. Deshalb nenne ich es eine Metapsychotherapie.

Die Vorsilbe meta- zeigt zugleich auch an, dass diese Psychotherapie über das therapeutische Sprechzimmer hinausführt in die Welt, in das alltägliche Leben. Psychotherapie ist wie das „wirkliche“ Leben – nur einfacher! Sie ist eine Probebühne, in der fast alles geschehen darf und soll, was das „gewöhnliche“ Leben ausmacht. Deshalb ist dieses Buch nicht nur für Psychotherapeuten geschrieben.

Heutzutage ist eine verlässliche Basis, auf die man sich gründen kann – jedenfalls in der urbanen westlichen Welt – nicht mehr vorhanden. Dieses Buch erzählt von einer neuen Basis, nicht durch Rückgriff auf die alten Tugenden und Werte, sondern von einer, die jeder in sich selbst finden und auf die er vertrauen kann, von einem Untergrund, der körperlich spürbar ist und aus dem diese Lebensschritte, die zugleich Heilungsschritte sind, kommen.

Gehen Sie nun mit mir auf eine Reise! Begleiten Sie mich auf meinem Weg in die „künstliche“ Welt der Psychotherapie und über sie hinaus oder besser: durch sie hindurch in die „wirkliche“ Welt, in der Sie und ich tatsächlich leben. Diese Reise führt nicht irgendwo hin, sondern nach Hause zu sich selbst!

Vollständiges Inhaltsverzeichnis und Leseprobe als PDF

Weitere Bücher

Alle Bücher ansehen →